Selbsthilfe Adipositas
Selbsthilfegruppen für Adipositas-Chirurgie
Magenband
Das verstellbare Magenband ist ein Band aus Silikon mit einem Ballon, das individuell durch eine Injektion aufgefüllt werden kann. Das Band wird laparoskopisch um den oberen Teil des Magens gelegt. Der Magen wird dadurch in zwei Teile geteilt: ein kleiner Teil oberhalb des Magenbandes mit ca. 15-20 ml Inhalt (Pouch=Magentasche) und ein großer Teil unterhalb des Magenbandes. Das verstellbare Magenband bietet dem Chirurgen die Möglichkeit, die Enge des Magenbandes genau einzustellen.
Üblicherweise werden zwei verschiedene Modelle operiert, zum einen das LAP-Band, das etwas steifer und unflexibler und dadurch den Magen nachhaltiger verschnürt, und das flexiblere Schweden-Band, dass durch seine Bauart auch mal eine Esssünde eher passieren lässt.
Einstellen des Magenbandes
Ein Magenband besteht aus dem Band, dem Schlauchsystem und dem Port. Die Bänder werden meist aus Silikon-Elastomer hergestellt. Die innere Oberfläche des Bandes ist aufblasbar. Je nach Füllungszustand ändert sich der innere Durchmesser des Bandes (Stoma). Das Band wird mit der Steuerkammer (Port) durch einen langen Silikonschlauch verbunden.
Dieser ist im Röntgenbild sichtbar zu machen. Die Steuerkammer (Port) wird während der Operation in die Bauchdecke eingepflanzt und erlaubt durch eine stufenlose Flüssigkeitsfüllung eine Steuerung des Magenbandes.
Das Reservoir für die Flüssigkeit besteht aus Titan und einem Plastikseptum. Es hält hohen Druck stand und erlaubt bis zu 1000 Punktionen mit einer Spezialnadel, ohne dass ein Funktionsverlust auftritt. Das Material Titan verhindert im Gegensatz zu Stahl spätere Untersuchungen wie Computertomographien oder Kernspintomographien nicht.
Die Steuerung folgt durch eine Punktion des Ports mittels einer langen und sehr dünnen Spezialnadel (Hubernadel).
Zunächst sollte die Punktion unter Röntgendurchleuchtung erfolgen, da auf Grund der fettreichen Bauchdecken ein Auffinden des Ports nicht gut möglich ist. Durch Einfüllen von Flüssigkeit in die Portkammer wird nach dem Prinzip eines geschlossenen hydraulischen Systems über den Verbindungsschlauch auch das Band gefüllt. Mit steigendem Füllungsvolumen wird der auffüllbare Teil des Bandes weiter aufgeblasen und der Durchmesser des Bandes verringert sich. In einigen Kliniken wird das Band mit einer Kochsalzlösung, in anderen wiederum mit Kontrastmittel befüllt (geblockt).
Nach erfolgreicher Gewichtsabnahme kann die Portkammer meist ertastet werden und die Hilfe des Durchleuchtungsgerätes wird nicht mehr benötigt. Auf entsprechende Weise kann das Band auch entblockt werden.
Wie funktioniert das Magenband?
Das Magenband zwingt den adipösen Patient, sein Essverhalten zu ändern. Er muss die Ernährungszufuhr einschränken, länger kauen. Große Speisereste könnten für längere Zeit den engen Kanal, Stoma genannt, zwischen Pouch (Magentasche) und Restmagen verkleben. Es kann zum Erbrechen kommen, wenn der Patient auf einmal mehr Nahrung zu sich nimmt, als der Pouch (Magentasche) zulässt. Die Patienten lernen jedoch nach zwei bis drei Monaten, die Nahrungszufuhr anzupassen, sodass die Erbrechenshäufigkeit mit der Zeit kontinuierlich absinkt.
Allgemeines
Es ist außerordentlich wichtig, dass Sie sich in der Zeit nach der Operation genau an die Anweisungen für das Essen und Trinken halten. Besonders in den ersten Wochen nach der Operation ist es wichtig, den "kleinen" Magen über dem Band nicht unnötig zu dehnen, denn die neue Magenstruktur muss sich erst an die veränderte Situation anpassen. Der Anpassungsprozess kann einen Monat oder länger dauern.
Flüssigkeit passiert den reduzierten Magen rasch, so dass sich das Sättigungsgefühl nicht so schnell einstellt, Beim Essen muss man sehr vorsichtig sein, weil zu große Nahrungsmengen oder zu große Nahrungsbrocken die verengte Öffnung verstopfen können. Diese Komplikation lässt sich jedoch leicht verhindern, wenn man die Nahrung gut kaut und immer nur kleine Mengen verzehrt. Man sollte versuchen, drei kleine Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen und darauf achten, dass diese Mahlzeiten genügend Nährstoffe enthalten. Eine gesunde Mahlzeit besteht aus Gemüse, Fleisch, Brot und/oder Milchprodukten.
Erfolge
Neue Studien: Auch zwei neue Studien (1,2) aus Europa kommen zu dem Ergebnis, dass die laparoskopische Magenband-Operation mit einer niedrigen Morbidität und Mortalität (Sterblichkeit) verbunden ist. Die Patienten haben in beiden Studien ca. die Hälfte ihres Ausgangsgewichtes nach der Operation innerhalb von 2 Jahren verloren.
Die Langzeit-Komplikationen waren jedoch nicht gering, sodass das Verfahren der laparoskopischen Magenband-Operation zunächst in erfahrenen Zentren bei entsprechender Indikation durchgeführt werden sollte.
Ist das Magenband für alle übergewichtigen Menschen geeignet?
Nein, denn das Magenband wirkt nicht bei übermäßigem Konsum von Süßigkeiten und hochkalorischen Getränken. Süßigkeiten, Schokolade, Bier, Chips, Cola usw. rutschen unbehelligt durch das Magenband durch. Haben Sie Übergewicht aufgrund dieser Nahrungsmittel kann Ihnen ein Magenband nicht helfen.
Risiken und Komplikationen
Zu den speziellen Komplikationen, die beim verstellbaren Magenband auftreten können, gehören Durchrutschen des Magens durch das Band und Magenüberdehnung (wobei der Magen durch übermäßige Nahrungsaufnahme ausgedehnt wird; er kann dadurch kippen und die Öffnung blockieren). Auch ein erosives Einwandern des Bandes in den Magen ist möglich. Schließlich besteht auch die Gefahr einer Magenperforation während der Operation. Bei Auftreten einer dieser Komplikationen müssen Sie unter Umständen länger im Krankenhaus bleiben oder müssen zu einem späteren Zeitpunkt nochmals ins Krankenhaus eingewiesen werden.

Entfernung des Bandes
In manchen Fällen kann es notwendig sein, das Band wieder zu entfernen. Wurde das verstellbare Magenband laparoskopisch eingesetzt, kann es in der Regel auf die gleiche Weise wieder entfernt werden. Zur Zeit sind keine Gründe bekannt, aus denen das Band zu einem bestimmten Zeitpunkt ersetzt oder entfernt werden muss, es sei denn, es treten Komplikationen. Trotzdem lässt sich nur schwer sagen, ob der Patient das Band sein Leben lang tragen kann.

